Jedes Kind, das in den Transformatorenhäusern von TOS Dienste International e.V. ein Zuhause findet, hat seine eigene tragische Geschichte: Eltern, die es wegen ihrer Alkoholabhängigkeit verwahrlosen ließen, ein Familienumfeld, in dem es unter schlimmen Misshandlungen litt; oder ein verwitweter Vater, der ihm die komplette Verantwortung für jüngere Geschwister und den Haushalt aufzwang. Manchmal folgte danach eine Zeit auf der Straße, weil dies das kleinere Übel zu sein schien. In anderen Fällen schritten die Behörden rechtzeitig ein. Am Ende: ein Platz im Transformatorenhaus, wo das Leben so komplett anders ist.
Dort ist mittlerweile ein neuer Tag angebrochen. Die Mitarbeiter wecken die Kinder gutgelaunt. Kurze Zeit später versammeln sich alle – mehr oder weniger wach – zum gemeinsamen Frühstück. Am Küchentisch sitzt eine Art Familie zusammen. Die Mitarbeiter leben gemeinsam mit den Kindern im Haus. Je ein Erwachsener kümmert sich um eine Gruppe von etwa sieben Kindern. So haben sie beständige Bezugspersonen, die liebevoll für sie sorgen.
Los geht’s zur Schule. Unterwegs kicken die Jungs einen Fußball. Die Mädchen unterhalten sich lachend. Die fröhliche Gruppe wird von einem Erwachsenen aus dem Team durch die Straßen der Millionenmetropole begleitet. Damit die Kinder eine solide Bildung erhalten, gehen sie auf kostenpflichtige Schulen, die einen besseren Standard als die kostenfreien Einrichtungen bieten.
Am frühen Nachmittag wartet im Transformatorenhaus ein leckeres Mittagessen auf die Kinder. Beim Essen berichtet einer nach dem anderen von seinen Erlebnissen am Vormittag. Im Transformatorenhaus haben die Kinder viel Raum zum Erzählen. Ihre Gedanken, Gefühle und Fragen sind wichtig. Astri Dewald, Mitarbeiterin, sagt: „Den Kindern tut es sichtbar gut, dass sie sich gehört fühlen. Wir lachen auch viel zusammen.“
Nachdem die Hausaufgaben erledigt sind, kommt der Teil des Tages, den die Kinder sehr lieben: mit ihren Rollern und Fahrrädern fahren sie zum Spielplatz, wo sie bis zum Abendessen ausgelassen toben. Ein Highlight für jedes Kind: einmal pro Woche darf es etwas Besonderes mit einem der Mitarbeiter unternehmen. Dabei steht es allein im Mittelpunkt und kann Qualitätszeit mit der Bezugsperson verbringen.
Wenn es Abend wird, bringen die Mitarbeiter jedes Kind zu Bett und geben ihm noch einmal Zeit, ausführlich zu erzählen, was es am Tag erlebt hat.
So – oder so ähnlich – sieht ein Tag im Leben eines Kindes im Transformatorenhaus aus. Es hat sich gezeigt, dass diese liebevolle Umsorgung, die Förderung ihrer Talente und der sichere Raum zum Aufwachsen die Kinder in ihrer Persönlichkeit so gesund werden lässt, dass sie sich mit ihren Begabungen einfallsreich in ihr Umfeld einbringen können. Astri Dewald hat diese Transformation selbst erlebt. Sie war zu Kinderarbeit gezwungen, weil ihre Familie das Geld benötigte. Eine echte Kindheit kam dabei zu kurz. In den Projekten von TOS Dienste International e.V. erfuhr sie Liebe, Förderung und erhielt eine Perspektive für ihr Leben. Heute sagt Astri über ihre Mitarbeit im Transformatorenhaus: „Das ist für mich etwas sehr Wertvolles. Ich verstehe, was die Kinder durchgemacht haben. Mich hat die Liebe Gottes komplett verändert. Deshalb kann ich diese Liebe heute an die Kinder weitergeben, obwohl ich sie von meinen Eltern nie bekommen habe.“
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