Ein ganzes Viertel ist verändert

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Das Viertel Punta Diamante in San Salvador de Jujuy, Argentinien war auf einer eingeebneten Müllhalde der Stadt errichtet worden und bestand aus einfachen, unverputzten Hütten entlang unbefestigter Straßen, ohne Kanalisation, Wasser- oder Stromanschluss.

Hier lebten diejenigen, die in anderen Armenvierteln nicht untergekommen waren. Viele von ihnen waren alleinerziehende Mütter. Ihnen fehlte eine Obhut, in die sie ihre Kinder geben konnten, während sie den Lebensunterhalt für ihre kleine Familie verdienen gingen. Deshalb waren viele Kinder tagsüber auf sich allein gestellt oder sogar daheim eingesperrt oder festgebunden. Etwas ältere Geschwister mussten auf die jüngeren aufpassen. Nicht selten kam es zu schweren Unfällen. Diese Vernachlässigung hinterließ Spuren bei den Kleinen und zeigte sich in ihrer Teilnahmslosigkeit, Abgestumpftheit und Emotionslosigkeit. Sie waren traurig und einsam. 

Ein Junge ist Ingrid Maier aus ihrer Zeit als Mitarbeiterin besonders in Erinnerung geblieben. Bei seinen ersten Besuchen in der Kita saß er apathisch auf einem Stuhl. Dank der liebevollen Aufmerksamkeit und Förderung in der Kita kam er nach kurzer Zeit morgens freudestrahlend in den Raum gerannt, wollte auf den Arm genommen werden und entwickelte sich zu einem fröhlichen und aufgeweckten Kind. Ingrid Maier hat den Aufbau der Kita in Punta Diamante in San Salvador de Jujuy, Argentinien mit verantwortet und weiß noch sehr gut, warum eine Kita die beste Antwort auf die Not dort darstellte. Das Viertel war alles andere als eine Diamantenspitze, was der Name eigentlich bedeutet. Es war auf einer eingeebneten Müllhalde der Stadt errichtet worden und bestand aus einfachst gebauten, unverputzten Hütten entlang unbefestigter Straßen, ohne Kanalisation, Wasser- oder Stromanschluss.  

„Wir haben überlegt, was die beste Hilfe in dieser Situation sein kann und entschieden, eine Kita in Punta Diamante aufzubauen“, erzählt Angelina Tseggelidis, die das pädagogische Konzept der Einrichtung mit entwickelte. Sie erlebte, wie die Kinder dort ihre Angst verloren und aufblühten. „Sie haben gemerkt, hier habe ich ein Zuhause.“ Andrea, Erzieherin in der Kita, ergänzt, dass das bis heute so ist: „Manche Kinder weinen, wenn sie abgeholt werden, weil sie unbedingt noch länger in der Kita bleiben möchten.“ 

Seit 2011 ist die Kita in der Hand eines engagierten Teams einheimischer Mitarbeiterinnen um Magali Gutierrez. Sie betreuen nicht nur die Kleinsten in der Kita, sondern veranstalten außerdem Freizeitprogramme für ältere Kinder und arbeiten mit anderen örtlichen Einrichtungen zum Wohl der Kinder zusammen.  

Heute, 25 Jahre nach ihrer Gründung, ist klar, dass in der Kita entscheidende Weichen im Leben der ca. 500 Kinder gestellt wurden, die dort liebevoll frühkindlich gefördert und betreut wurden. Viele von ihnen zählen anschließend zu den besten Schülern ihrer Klasse. Von den Lehrern gibt es immer wieder Lob für ihre guten sozialen Kompetenzen. Unter den nun erwachsenen Kita-Kindern sind einige Studierende und Hochschulabsolventen. Lesen Sie im nächsten Artikel, was sie heute über ihre Kita-Zeit sagen.  

Einen weiteren Effekt hatte die Kita: Sie verschaffte den Müttern Zeit, Geld zu verdienen, was ihnen einen Weg aus der Armut heraus ermöglichte. Mittlerweile ist das Viertel um die Kita herum nicht wiederzuerkennen. Was man vor 25 Jahren noch als Slum bezeichnet hätte, hat sich zu einem lebenswerten Quartier mit befestigten Straßen, soliden Häusern, Infrastruktur und Begrünung gewandelt. Sogar einen überdachten Sportplatz gibt es mittlerweile, auf dem das Kita-Jubiläumsfest stattfinden konnte, und um den das Viertel von anderen beneidet wird. Wo man in der Anfangszeit nicht einmal mit dem Taxi hineinfahren konnte, gibt es nun regelmäßige Busanbindungen an den Rest der Stadt. „Das ist Transformation real“, sagt Jobst Bittner, Gründer des TOS-Werkes, über diese positiven Entwicklungen.  

Wenn Sie mehr über diese Arbeit erfahren möchten, erhalten Sie hier mehr Informationen: https://tos-ministries.org/argentinien