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Alles neu in Paraguay

Alles neu in Paraguay

Fährt man durch die Straßen der Hauptstadt Paraguays, wird man bei jedem Stopp, zu jeder Tageszeit von Straßenhändlern angesprochen. Wie vor 20 Jahren ist es nichts Ungewöhnliches,dass bereits Kinder im Alter von fünf oder sechs Jahren den Autofahrern ihr Obst oder Gemüse feilbieten. Allgegenwärtig ist auch der Blick auf ärmliche, aneinandergereihte Häuschen. Überall sieht man verwahrloste Kinder, denen es an Essen und Kleidung fehlt.

Die Not ist besonders den Jüngsten anzumerken. Auch im Viertel unseres Transformatorenhauses bietet sich dieses Bild. Das hat uns ganz neu zum Handeln bewegt. Gleichzeitig standen wir seit Sommer 2018 nach 17 Jahren Arbeit im Transformatorenhaus vor einer neuen Situation. Innerhalb eines kurzen Zeitraumes waren alle Kinder adoptiert worden und ein Geschwisterpaar mussten wir in ein spezialisiertes Heim überweisen. Das bot uns als Team vor Ort die Gelegenheit für eine Bestandsaufnahme: Erfolge zu feiern, Strukturen zu überarbeiten und uns frisch ein Bild von den aktuellen Notlagen zu verschaffen. Als Ergebnis haben wir neue Projekte entwickeltet, die in den kommenden Monaten weiterausgebaut werden:

Angebote für das Viertel, in dem sich das Transformatorenhaus befindet
Auf Grund der prekären Lebensumstände haben viele Eltern wenig Kapazitäten, in ihre Kinder zu investieren. In vielen Familien herrscht verbale und körperliche Gewalt. Deshalb veranstalten wir jede Woche auf dem Gelände des Transformatorenhauses Kindernachmittage mit Workshops, Musik,Tanz, Trampolinturnen und biblischer Lehre. Jedes Mal kommen 50-80 Kinder und Jugendliche, um hier einige Stunden zu genießen.

Praktische Hilfe für arme Familien
Wir besuchen die Kinder, die an den Workshops teilnehmen, regelmäßig zu Hause. Dabei bieten wir ihren Eltern praktische Hilfe an, zum Beispiel bei der Beantragung von Ausweispapieren bzw. Geburtsurkunden, durch Unterstützung mit Kleidung und Lebensmitteln oder in Form von Beratung in Erziehungsfragen u.v.m.

Angebote für junge Männer
Seit Dezember 2018 ist eine betreute Wohngemeinschaft für junge Männer im Transformatorenhaus integriert. Wir leiten sie darin an, ein eigenverantwortliches Leben zu führen. Darüber hinaus findet in unseren Räumen jede Woche ein Abend für Teenager-Jungs mit Spiel, Musik und thematischem Input statt.

Streetwork
Regelmäßig suchen die Mitarbeiter Orte besonderer Not im Zentrum Asuncións auf, um dort in Not geratene junge Menschen darin zu unterstützen, den Teufelskreis von Armut und Sucht zu verlassen und neue Hoffnung für ihre Zukunft zu entwickeln.

Straßenkinder und Kinder aus zerrütteten Familien
Derzeit entwickeln wir in Zusammenarbeit mit dem paraguayischen Familienministerium und anderen Organisationen in der Stadt ein neues Konzept für die Aufnahme von Straßenkindern und gefährdeten Kindern. Es wird der heutigen Situation im Land besser entsprechen.

Neu im Team: Ruth Karrer, Cinthia Callisaya,Manuela Altscher
Weiterhin im Team: Christine Czerwonka, Katharina Schneiderhan
Mit neuem Arbeitsschwerpunkt in Paraguay: Ralf & Elke Steinmetz